|
|
Diese Bilder, die aus einer weit
größeren Stadtwohnung in Stuttgart durch die Kriegsumstände im Wengerterdorf
Strümpfelbach gelandet sind, zeigen, daß mein Vater schon in jungen Bildhauerjahren
immer wieder Arbeiten von befreundeten Kollegen - wohl im Tausch - um sich versammelte.
Und nicht erst als junger Mann ist diese Liebe zu Bildern gewachsen, sondern bereits als
Schüler hat der kleine Fritz Nuss an der Schaufensterscheibe der Göppinger Galerie
Seyfang beim Betrachten eines "Feuerbach beim Hochwasser" von Otto
Reiniger sich vor Begeisterung die Nase plattgedrückt. Ein Bild, das übrigens
heute zur Sammlung Nuss gehört.
Die
Lebensumstände in den Nachkriegsjahren haben dann allerdings dieser früh begonnenen
Sammelleidenschaft Einhalt geboten. Sie ist dann aber später umso stärker wieder
hervorgetreten und steigerte sich vor allem in den letzten drei Jahrzehnten - dann auch
mit meiner Unterstützung, denn er hat mich mit seiner Begeisterung angesteckt - gar zu
einer "Sammelwut". So sind viele Begegnungen mit Künstlern wie Eugen
Stammbach, Alfred Lörcher, Peter Jakob Schober,
Leo Schobinger, Manfred Henninger, Alfred
Wais, Manfred Pahl, Rudolf Müller,
um nur wenige zu nennen, auch für mich wertvolle Erfahrungen meines Lebens gewesen.
Fritz
Nuss war es immer ein Anliegen, neben Bildern von bekannteren Künstlerpersönlichkeiten auch
solche in seinen Reigen mitaufzunehmen, die nach außen keine oder nur wenig Beachtung
fanden. Und so ist dann im Laufe der Jahre eine an Zahl und Qualität beachtliche
Gemäldesammlung gewachsen, die nun nachdem die Familie beschlossen hat, die Sammlung in
ihrer Geschlossenheit zu erhalten in einem alten Wengerterhaus im Ortskern von
Strümpfelbach eine Bleibe gefunden hat. In wechselnden Präsentationen und in Ergänzung
mit aktuellen Ausstellungen sind diese "persönlichen Bilder" nun der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
Prof.
Karl- Ulrich Nuss im November 1997

|